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In der deutschen Sprache ist kaum ein Begriff so gefühlsbeladen wie das Wort „Heimat“, vor allem die Tourismuswirtschaft benützt Heimat und alles was man damit verbindet wie Tradition, Kultur, Gastlichkeit usw. gerne für ihre Präsentation nach außen. Der
Begriff Heimat ist heute für viele so eng verbunden, dass ihn
manche, in der heutigen Zeit der sogenannten Globalisierung, nicht
mehr hören können oder wollen. Für andere ist es der Inbegriff
des eigentlichen Daseins und sie würden ihren letzten Gartenzwerg
im heimatlichen Schrebergarten dafür verteidigen. Doch was ist
eigentlich Heimat? Ist Heimat nur ein arg strapazierter Begriff,
gerade weil die Welt heute jedem offen steht? Wird einem der Begriff
Heimat deshalb wieder mehr bewusst? Wie
definiert man zum Beispiel in St. Anton am Arlberg den Begriff
Heimat? Ein Dorf, das sich vom landwirtschaftlich geprägten Dasein
zu einem international bekannten Wintersportort hochgearbeitet hat.
Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Was
bedeutet heute für einen St. Antoner wohl das Wort „Heimat“?
Ist es das Gefühl das von einem Besitz ergreift, wenn man nach
einer langen Wintersaison sein Dorf wieder für sich hat, der
sogenannte Dorf-Alltag, oder was davon über geblieben ist, wieder
Einzug hält? Ist es der Ort, in dem man geboren ist, in dem man
sich Freunde, Beziehungen, Familie geschaffen hat? Ist es der Ort,
zu dem man immer wieder von Reisen „heimkehrt“ und Geborgenheit
empfindet? Wie
gehen jene Bewohner mit dem Begriff „Heimat“ um, die zugezogen
sind, oder nach St. Anton am Arlberg geheiratet haben. Ist die neue
„Heimat“ wirklich Heimat geworden? Ist es gelungen auch hier
dieses Gefühl zu entwickeln, dass man in seiner „angeborenen“
Heimat empfand? Ist es gelungen sich heimatlich zu integrieren, sich
Freunde, Familie und Beziehungen zu schaffen? Eines kristallisiert sich immer mehr heraus, Heimat ist mehr als ein Ort und ist für jeden Menschen etwas ganz Intimes und Eigenes. Heimat ist öfters das ganz eigene Ich, verbunden mit Träumen und Wünschen. Ob einen die für sich geschaffene Heimat mit dem damit verbundenen Glücksgefühl, aber auch der Verantwortung auch erfüllt ist ungewiss. HEIM
Theaterstück vom Felix Mitterer.
»Im Herbst 1982 machte der
Verein Tiroler Volksschauspiele den Spielplan für den folgenden
Telfer Theatersommer. Neben zwei anderen Stücken stand „Karrnerleut“
von Karl Schönherr zur Debatte. Der Einakter entstand um die
Jahrhundertwende und handelt von der Auseinandersetzung zwischen „Karrnern“
(fahrenden Leuten) und Sesshaften, vertreten durch einen Bauern und
einen Gendarmen. Nachdem „Karrnerleut“ nur etwa 25 Minuten
dauert, schlug Kurt Weinzierl vor, ich solle einen zweiten Einakter
dazuschreiben, der ebenfalls mit diesem Thema umgeht, aber eben 80
Jahre später spielt. Daraufhin schrieb ich „Karrnerleut 83“,
das aber nun nicht mehr von „jenischen“ Fahrenden handelte,
sondern von jungen Leuten, die aus der Gesellschaft auszubrechen
versuchen und von den „Sesshaften“, den „Ordentlichen“
bestraft werden. 1986 erhielt ich vom Linzer Landestheater einen Stückauftrag,
und ich schlug vor, den Einakter zu einem abendfüllenden Stück
auszubauen. Die Uraufführung fand unter dem Titel „Heim“ im
herbst 1987 in den Kammerspielen des Linzer Landestheaters statt. Unter
der Regie von Christian Suchy entsteht wie auch in den vergangenen
beiden Jahren in einem Langzeitprozess eine „Site-specific-Inszenierung“
basierend auf Mitterers „Heim“ mit der Zielsetzung, eine
ortsverbundene authentische Variation unter Einbeziehung
jungendlicher und erwachsener SpielerInnen zu kreieren. Gemeinschaftsproduktion der
Vereinigten Bühnen Stanzertal Premiere: 23. Juli 2004, 20.15 Uhr, Weitere Aufführungen:
24. 25. 28. 30. 31. Juli und 1. August 2004 Fluchtstollen des Arlbergstraßentunnels Kartenvorverkauf beim Tourismusverband St. Anton Farbe
in die Heimat
Symposion,
Ausstellung, Vernissage
In der Woche von 10. bis 17. Juli 2004 werden wieder KunstmalerInnen und BildhauerInnen in St. Anton am Arlberg zu Gast sein, und ihre Eindrücke zum Thema Heimat in bildnerischen From verarbeiten. Eingeladen
sind folgende Künstler: Ausstellung
in der Galerie der Raiffeisenbank Vernissage:
17. Juli 2004 »Heimatabend« Heimatliche
Gegensätze –
Heimat und seine Traditionen
definiert jeder für sich ganz spezifisch. Diesen interessanten Gegensatz zu artikulieren und aufzuzeigen
ist Thema dieses Programmpunktes. Musikalische Beiträge sind "Weana Gschdanzln & Gscheate Liada" konfrontiert mit Alpenländischen Volksweisen. Mittwoch
14. Juli 2004, 20.15 Uhr im Vallugasaal Kinder- und
Jugend(t)räume
Experimentelles Aktionstheater Was ist Heim? Was ist und vor allem: wer braucht Heimat? Wann ist man heimatlos? Und wieso? Ist Heimat geheim? "Youth Exchange" mit Jugendlichen aus
Bulgarien, der Slowakei, Spanien & dem Jugendtheater - Ensemble
Lei(N)Wand der "Vereinigten Bühnen Stanzertal" Künstlerische & Pädagogische Gesamtleitung:
Christian Suchy. 16. und 17. Juli 2004, 20.15 Uhr, Ferienpark, Heimatmuseum (Änderungen
vorbehalten) Peppi Spiss |